Papst Franziskus unterstützt Künstler bei historischem Besuch in Venedig

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Papst Franziskus hat als erster Pontifex die Biennale von Venedig, ein internationales Festival für zeitgenössische Kunst, besucht und damit einen historischen Moment markiert. Sein Besuch am 28. April umfasste ein einzigartiges Programm, darunter ein Besuch in einem Frauengefängnis und die Würdigung der Arbeit von Corita Kent, einer bahnbrechenden amerikanischen Nonnenkünstlerin. Papst Franziskus hob den Wert der Kunst in der Gesellschaft hervor und erklärte: „Die Welt braucht Künstler.“

Ein historischer und symbolischer Besuch

Die Reise des Papstes begann mit einem Hubschrauberflug nach Venedig. Er landete direkt in einem Frauengefängnis auf der Insel Giudecca, das in einen Veranstaltungsort für die Biennale umgewandelt worden war. Die Kuratoren Chiara Parisi und Bruno Racine haben den Pavillon des Heiligen Stuhls unter das Motto „Con i miei occhi“ gestellt, das die tiefe Sorge um die Randgruppen der Gesellschaft widerspiegelt. Der Pavillon zeigt Kunstwerke von mehreren Künstlerinnen und enthält kreative Beiträge der Insassen selbst, wie Gedichte und einen Kurzfilm von Marco Perego mit Zoe Saldaña in der Hauptrolle.

Kunst und Rehabilitation

Papst Franziskus traf sich mit etwa 80 Insassen des Gefängnisses und betonte die transformative Kraft von Kunst und Selbstdarstellung. Er bemerkte: „Paradoxerweise kann ein Gefängnisaufenthalt den Beginn von etwas Neuem markieren… wie es das künstlerische Ereignis, das Sie veranstalten, symbolisiert.“ Diese Aussage unterstrich nicht nur die heilenden Aspekte der Kunst, sondern vermittelte auch eine starke Botschaft der Erlösung und Vergebung.

Das Erbe von Corita Kent wiederbeleben

In einem bedeutenden Schritt zur Rehabilitierung des Rufs von Corita Kent, die auch als „Pop-Art-Nonne“ bekannt ist, würdigte Papst Franziskus ihren Beitrag neben namhaften Künstlern wie Frida Kahlo und Louise Bourgeois. Kent, die zu ihrer Zeit innerhalb der Kirche auf Widerstand stieß, wurde für ihre lebendige Kunst gefeiert, die sich mit Rassenungerechtigkeit auseinandersetzte und für Bürgerrechte eintrat. Die Anerkennung ihrer Arbeit durch den Papst in seiner Rede bestätigt ihre künstlerische und moralische Vision.

Globale Probleme durch Kunst angehen

Bei einem Treffen mit Künstlern auf der Biennale erörterte Papst Franziskus die Rolle der Kunst bei der Bewältigung aktueller globaler Herausforderungen wie Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und ökologischem Ungleichgewicht. Seine Diskussionen zeigten auf, wie Kunst die Kluft zwischen verschiedenen Gemeinschaften überbrücken und eine integrativere und empathischere Welt fördern kann.

Der Besuch von Papst Franziskus auf der Biennale von Venedig war mehr als ein feierlicher Auftritt. Er war eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den kulturellen und sozialen Dimensionen der zeitgenössischen Kunst. Indem er das Gefängnis besuchte und die Werke marginalisierter Künstler unterstützte, machte er auf die übersehenen Bereiche der Gesellschaft aufmerksam. Er wies erneut auf die entscheidende Rolle der Kreativität für den menschlichen Fortschritt und das Verständnis hin. Venedig steht vor großen Herausforderungen, vom Klimawandel bis zum Tourismus, und die Botschaften des Papstes klingen wie ein Aufruf zu überlegtem Verantwortungsbewusstsein und barmherzigem Handeln während seines Besuchs.